24.04.2013

Der Heiratsmonat Mai ist fast gekommen: Doch was versprechen sich Paare da eigentlich?

"Ich will dich lieben"

Der Mai steht vor der Tür. Viele Paare geben sich in diesem Monat das Jawort. Sie versprechen sich: „Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens.“ Worauf lassen sie sich da ein?

„Ich“ 

Schon das erste Wort ist von Bedeutung. Es heißt, dass ein Ich sich entscheidet. Eine Person, die weiß, wer sie ist und die sie selbst ist und sich nicht verstellt, um vom anderen gemocht zu werden. Denn nur wenn ich mich selbst annehme, kann ich lieben.

„Ich will“

Die Partner sagen nicht „Ich werde“ oder „Ich versuche“, sondern „Ich will“. Es ist eine Entscheidung aus dem freien Willen heraus für den anderen. Das bedeutet, dass ich bereit bin, mir Mühe zu geben und die Liebe lebendig zu halten. Ein besonders wichtiger Aspekt in der Beziehung, findet Diakon Dieter Wekenborg, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle Offene Tür in Bremen und Ehe-, Familien- und Lebensberater. „Partnerschaft leben, heißt, sie mit Zeit, Energie, Kraft und Fantasie zu gestalten, denn die Liebe braucht Pflege.“ Wekenborg hilft Paaren, ihren gemeinsamen Weg zu meistern, an ihrem Versprechen „Ich will“ festzuhalten.

„Ich will dich“

So wie du bist und nicht anders, mit all deinen Stärken und mit all deinen Schwächen. Dich und niemand anderen. Wenn zwei Menschen sich lieben, entscheiden sie sich damit für den anderen.

 

„Ich will dich lieben“ 

Liebe ist ein Geschenk. Sie zu erklären oder zu definieren, ist nahezu unmöglich. Aber man kann sich dem Begriff, der so viele verschiedene Vorstellungen vereint, annähern. Eine Gruppe von Kindern zwischen vier und acht Jahren wurde gefragt, was Liebe ist. Ein achtjähriges Kind antwortete: „Als meine Oma Arthritis bekam, konnte sie sich nicht mehr bücken, um ihre Fußnägel zu lackieren. Mein Opa macht es jetzt immer, sogar als auch er Arthritis in seinen Händen bekam. Das ist Liebe.“ Ein vierjähriges Mädchen sagte: „Liebe bringt dich zum Lächeln, wenn du eigentlich müde bist.“

Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski bringt Gott mit ins Spiel: „Einen Menschen zu lieben, bedeutet, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.“ Im ersten Brief des Johannes steht: „Gott ist die Liebe“ (1 Johannes 4,16b). Diesen Satz zu verstehen, ist schwierig. Dieter Wekenborg erklärt es so: „Wo Menschen Liebe begegnen, da ist Gott.“ Gott hat den Menschen geschaffen und er liebt ihn bedingungslos, auch wenn er etwas falsch macht. Gott ist Liebe. Liebe ist nicht nur eine Eigenschaft von Gott, sondern er selbst ist die Liebe, sie ist sein Wesen. 

„Ich will dich lieben, achten und ehren“ 

Liebe hat Folgen. Der Mensch hat seinem Partner gegenüber eine Verantwortung – ihn zu achten und auch auf ihn zu achten, ihn zu respektieren und ihn als Person anzuerkennen. Wer zum Beispiel dem Partner Gewalt antut – der kann ihn nicht lieben.

„Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens“

Wenn zwei Menschen sich lieben, wollen sie, dass es hält – ein Leben lang. Das bedeutet, die Liebe nicht aufzugeben, auch nicht in schwierigen Zeiten. Und es heißt auch: „Ich will mit dir alt werden.“

Von Daniela Elpers