19.07.2013

In wenigen Tagen beginnt der Weltjugendtag in Rio

Sonne, Samba und Papa Francisco

Vom 23. bis 28. Juli findet in Rio de Janeiro der Weltjugendtag statt. Und so sicher wie das Amen in der Kirche, so sicher wird dieses Großereignis wieder ein großes Fest werden. Dafür werden Hunderttausende Jugendliche und ein älterer Argentinier schon sorgen. 

Eine begeisterte Brasilianerin beim letzten Weltjugendtag
in Madrid 2011. Foto: imago

Die Sonne wird scheinen. Jugendliche werden gemeinsam singen und tanzen. Mit Sicherheit viel Samba. Fahnen aus aller Welt werden geschwenkt werden. Begeisterte Jugendliche werden auf Portugiesisch „Papa Francisco!“ skandieren. In Katechesen werden Hunderttausende Jugendliche über ihren Glauben reden, werden zusammen beten. Ja, es ist garantiert: Wenn kommenden Dienstag der Eröffnungsgottesdienst an der Copacabana stattfindet, dann beginnt wieder ein einzigartiges Glaubensfest. 

„Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern“, so lautet das Motto des 28. Weltjugendtags. Mit bis zu zwei Millionen Teilnehmern rechnen die Veranstalter. Einer von ihnen: Papst Franziskus. Für den Argentinier wird es die erste große Auslandsreise als Kirchen-oberhaupt sein und dann auch noch nach Südamerika. Auf Franziskus wartet ein straffes Programm. Dabei darf man gespannt sein, was er den Jugendlichen bei den Großveranstaltungen sagen wird. Schon mehrfach hat der Papst im Gespräch mit Jugendlichen viel Ungezwungenheit und Spontanität bewiesen. Bei einer Audienz mit 8000 Schülern von Jesuitenschulen legte er beispielsweise kurzerhand das Redemanuskript zur Seite und sagte, das sei wohl etwas langweilig. 

Zahl der deutschen Pilger überschaubar

Aus Deutschland wird die Zahl der Pilger überschaubar sein. Rund 1800  deutsche Jugendliche fahren nach Brasilien. Estmals wurde das Mindestalter auf 18 Jahre angehoben, da die Millionenstadt Rio mit ihrer hohen Kriminalitätsrate kein ungefährliches Pflaster ist. 

Trotzdem ist die Vorfreude der deutschen Pilger groß. Das Land und auch Papst Franziskus „mit seiner Botschaft und den Zeichen zur radikalen Umkehr“ weckten bei vielen Jugendlichen neue Hoffnungen“, meint Pfarrer Simon Rapp, Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend.  Er hofft dabei, dass Rio sozialer und politischer werde als die Vorgängerveranstaltungen. „Es wird nicht so wie in Madrid 2011, als Jugendliche massenhaft gegen die soziale Lage im Land protestierten und man den Eindruck hatte, die spanische Kirche duckt sich weg“, sagt Rapp. 2011 ging die spanische Polizei mit großer Härte gegen die friedlichen Demonstranten vor, ohne dass die Kirche dagegen das Wort erhob. Die Organisatoren in Rio bereiten sich derweilen auf mögliche Demonstrationen und Proteste vor, wie sie auch vor einigen Wochen stattgefunden haben.

Äußerst getrübt ist die Vorfreude derzeit noch bei einigen US-amerikanischen Gläubigen. Sie hatten das Pech, dass ihre Diözesen die falschen Reiseveranstalter für ihre Fahrten gewählt haben. Die sind nämlich pleite-gegangen. Die Diözese Green Bay musste ihre Reise nach Rio deshalb sogar ganz absagen.

Von Daniel Gerber