27.04.2020

Pilgern auf dem Jakobsweg in Spanien

"Die nächste Saison ist auch gelaufen"

Normalerweise gehen um diese Zeit tausende Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. In diesem Jahr ist das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Und auch im nächsten Jahr könnten die Folgen der Krise die Pilger noch vor Probleme stellen, schätzt der Präsident der Sankt-Jakobus-Gesellschaft. 

Pilger sind auf dem Jakobsweg unterwegs. Foto: kna/Harald Oppitz
Pilger sind auf dem Jakobsweg unterwegs. Foto: kna/Harald Oppitz 

Die Corona-Krise könnte auch noch im kommenden Jahr Folgen für die Jakobswege in Spanien haben. Es wäre sein Wunsch, das Heilige Jahr 2021 mit angemessener Pilgerbewegung zu begehen, erklärte der Präsident der Deutschen Sankt Jakobus-Gesellschaft, Klaus Herbers, in Aachen. "Aber ich kann das nur als Wunsch formulieren."

2021 fällt der Jakobustag am 25. Juli auf einen Sonntag. Dann ist eigentlich ein sogenanntes Heiliges Jahr in Santiago de Compostela mit besonders vielen Pilgern und Touristen geplant. Die dortige Kathedrale, wo der Apostel Jakobus begraben liegen soll, ist traditionell das Ziel vieler Pilger auf den spanischen Jakobswegen.

Die Corona-Pandemie hat Spanien besonders hart getroffen. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, gibt es Ausgangsbeschränkungen; touristische Reisen sind untersagt, und viele Hotels und Pilgerherbergen haben geschlossen. Letztere könnten vermutlich nur unter Hygieneauflagen wieder öffnen, vermutet Christoph Kühn vom Präsidium der Jakobs-Gesellschaft. Oft seien die Schlafsäle jedoch für zehn oder mehr Gäste zugeschnitten. "Ich denke, die nächste Saison ist auch gelaufen", so Kühn.

Seit dem 16. März stellen die 28 Jakobus-Vereinigungen in Deutschland den Angaben zufolge keine Pilgerausweise mehr aus. Die Hauptsaison für die spanischen Wege liegt eigentlich zwischen April und September. Pilger aus Deutschland bildeten dort 2019 die drittgrößte Gruppe: 26.167 der insgesamt 347.378 Wallfahrer, die in Santiago de Compostela ihre Pilgerurkunde erhielten, kamen aus der Bundesrepublik. Die Gesamtzahl stand im dritten Jahr in Folge auf Rekordniveau, wie das Pilgerbüro der nordwestspanischen Apostelstadt im Januar berichtet hatte.

kna