09.10.2019

Anfrage

Was ist die Aufgabe von Diakonen in der Liturgie?

Was ist die liturgische Aufgabe des Diakons? Soll er das Evangelium vorlesen? M. G., 30457 Hannover

Der Dienst des Diakons hat durch das Zweite Vatikanische Konzil eine völlig neue Ausrichtung bekommen, oder besser: Die Kirche hat sich auf die alte Ausrichtung zurückbesonnen. Denn der biblische Dienst am Wort und an den Tischen war zu einer kurzen Durchgangsstation auf dem Weg zum Priesteramt degeneriert.

Seit dem Konzil gibt es nun wieder einen eigenständigen Diakonat, der neben sozial-caritativen Diensten auch in der Liturgie Aufgaben übernimmt: bei Taufe, Trauung oder Begräbnis, die Diakone eigenständig leiten, aber auch in der Eucharistiefeier. 

Das Messbuch widmet den Aufgaben des Diakons einen eigenen Abschnitt (Allgemeine Einführung 127-141). Zusammenfassen kann man sie in vier Elementen:

1. Der Diakon hilft dem Priester oder Bischof. Dies gilt etwa für das Einlegen des Weihrauchs und Begleitung beim Inszens; für das Anreichen des Gefäßes bei Salbungen (z.B. Firmung); für das Bereiten des Altares; für die Kommunionspendung, besonders das Anreichen des Kelches; für die Reinigung der Gefäße nach der Kommunion.

2. Der Diakon ist Verkündiger des Wortes. Deshalb trägt er beim Einzug das Evangeliar in die Kirche und verkündet das Evangelium. Das Messbuch sieht nicht vor, dass der Diakon predigt; da er aber geweihter Amtsträger ist, darf er es, wenn der Zelebrant ihn hierzu beauftragt.

3. Der Diakon ist Bindeglied zur Gemeinde und soll ihr bei der tätigen Teilnahme helfen. Deshalb kommen ihm bestimmte Zurufe zu wie etwa die Einladung zum „Geheimnis des Glaubens“ und zum Friedensgruß und auch der Entlassungsruf „Gehet hin in Frieden“. Auch Mitteilungen an die Gemeinde soll laut Messbuch der Diakon übernehmen.

4. Seit alters ist es eine besondere Aufgabe des Diakons, beim Fürbittgebet die einzelnen Anliegen zu nennen. Das ist im Messbuch so vorgesehen, wird aber kaum praktiziert, weil die Fürbitten heute als Gebet des Gottesvolkes interpretiert werden; deshalb werden die Bitten (fast) immer vom Lektor oder der Lektorin vorgetragen.

Susanne Haverkamp